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Notizen zur Bibeleinführung von Frère John
Oftmals ist es schwer, über Vergebung zu sprechen. Dies liegt daran, dass Vergebung in ihrem Kern nichts Menschliches ist, sie kommt von Gott. Im Alten Testament ist es sehr klar, dass Gott derjenige ist, der vergibt. Er ist voller Gnade, nicht die Menschen:2000-12-29; 15:00 Uhr These are just private notes, which are not written directly by Taizé-Brothers You find Frére Roger's meditations on the Taizé-Webpage Jesaja 55: "Meine Wege sind nicht die der Menschen, denn ich vergebe, ihr aber nicht" Und in der Bergpredigt sagt Jesus dasselbe: Jeder liebt die, die ihn auch lieben, dass ist nicht besonderes. Normalerweise handeln die Menschen folgendermaßen: Gutes für Gutes und Böses gegen Böses. Vergebung zeigt uns da einen anderen Weg. Sie ist also etwas ganz Neues, etwas, das von Gott kommt. Deshalb steht die Vergebung im Zentrum des Evangeliums. Schon am Anfang des Evangeliums steht diese Botschaft: Gott nennt seinen Sohn "Jesus" = "Gott rettet (sein Volk von seinen Sünden)". "Von den Sünden retten" bedeutet dabei "vergeben" => In Jesus Christus wird Gottes Vergebung konkrete Wirklichkeit. Aber was ist Vergebung? In der heiligen Schrift finden wir ein gutes Beispiel: Ein Gelähmter wird zu Jesus gebracht. Und Jesus sagt: "Deine Sünden sind dir vergeben". Um zu zeigen, was dies bedeutet, sagt er auch: "Steh auf und geh!". Und der Gelähmte steht auf und geht. => Vergebung macht einen neuen Anfang möglich. Vergebung ist eine Liebe, die ein neues Leben möglich macht. Und nur Gott kann etwas neues machen, Gott ist der Schaffende. Daher ist es überraschend, dass Jesus sagt, auch wir könnten vergeben: "Denn du sollst deine Feinde lieben, du sollst ihnen vergeben, denn ihr seid wirklich Kinder Gottes." Dies ist die Neuigkeit des Evangeliums: Menschen können die Vergebung von Gott empfangen und weitergeben. Es gibt aber auch Texte in der Bibel, die Widersprüchliches auszusagen scheinen, zum Beispiel im Vater unser: "vergib uns, wie auch wir vergeben" (Erst vergeben wir, dann Gott) Wie passen diese beiden Aussagen zusammen? Das Vater unser und ähnliche Texte richteten sich an die Jünger Jesu, an Menschen, die schon glaubten und die Vergebung schon von Gott empfangen hatten. Jesus sagt also: Gott richtet seine Liebe an uns, er vergibt uns Menschen und aus der Kraft dieser Liebe heraus können auch wir anderen Menschen vergeben. Würden wir diese Liebe nicht mit anderen Menschen teilen, so können wir nicht auf sie vertrauen. -> Die Vergebung zeigt ihre Wirklichkeit erst im Teilen mit anderen. Wir müssen also offen dafür sein, Gottes Vergebung in unseren Beziehungen wirken zu lassen. => Vergebung ist nichts von Menschen geschaffenes. Wir können nichts neue schaffen, sondern Vergebung nur geschenkt bekommen und an andere weitergeben. Aber Vergebung ist immer ein Wunder Gottes, das neues Leben, einen neuen Anfang möglich macht. Einige praktische Beispiele: Es ist wichtig zwischen der Vergebung als innere Einstellung und der Vergebung als das, was sich im äußeren Leben zeigt, zu unterscheiden. Dies hilft uns bei Fragen wie: Müssen wir Christen immer vergeben? Sehen wir Vergebung als etwas an, dass in uns ist, so können wir sagen: Ja, wir wollen immer für einen neuen Anfang offen sein. Ich will immer daran glauben, dass Gott meine Situation verändern kann und einen neuen Anfang möglich macht. Aber frage ich nach dem, was ich in einer konkreten Situation tun soll, so wird es komplizierter: Manchmal bitten Menschen um Vergebung, oftmals merken sie aber gar nicht, dass sie der Vergebung bedürfen. Wir können niemanden dazu zwingen, dass er bemerkt, dass seine Situation einen neuen Anfang braucht, wir können ihm nur helfen, zu dieser Erkenntnis zu gelangen. Auch müssen wir immer darauf achten, inwieweit sich ein Mensch wirklich ändert oder inwieweit er dies nur vorgibt. Es ist immer wichtig, offen für einen neuen Anfang zu sein, auch wenn wir oft nicht wissen, wie das geschehen soll. Gott muss durch uns wirken. Wir können andere Menschen nicht ändern, aber Gott kann die Herzen ändern. Bedeutet Vergeben auch Vergessen? Zu dieser Fragen differieren die Ansichten sehr stark, von "Ja, man muss vergessen" bis "Nein, wir dürfen auf keinen Fall vergessen, sondern wir müssen uns immer erinnern." Eine schöne Antwort auf diese Frage wäre: "Ich vergesse nicht, was passiert ist, aber ich weiß, dass Vergebung geschehen ist, wenn sich die Erinnerung ändert: Vorher tut die Erinnerung noch sehr weh. Danach aber habe ich zwar noch die Erinnerung, aber sie tut nicht mehr weh. Genauso lässt eine tiefe Wunde eine Narbe auf der Haut zurück, aber diese schmerzt nicht mehr so, wie die Verletzung." Nachdem Jesus auferstanden war, trug er weiterhin die Wundmale seiner Kreuzigung, aber diese taten nicht mehr weh. Ist Vergebung nur etwas persönliches, oder auch eine gemeinschaftlich Wirklichkeit? Vergebung kann etwas sehr persönliches sein, was zwischen zwei Menschen geschieht. Aber oftmals bitten Gruppen, Gemeinschaften oder Kirchen um Vergebung für das, was in der Geschichte geschehen ist. (z.B. "Mea Culpa" von Papst Johannes Paul II). Was bedeutet es für eine Gruppe, um Vergebung zu bitten? Auch das hat etwas mit der Heilung der Erinnerung zu tun. Natürlich sind die Menschen heute nicht für das verantwortlich, was andere vor vielen Jahren getan haben. Dennoch ist für die weitere, gemeinsame Zukunft eine Heilung der Erinnerung notwendig. Fragen zum Thema: (zum persönlichen Nachdenken oder zum Gespräch mit anderen) 1) Wo braucht es um mich herum Vergebung? 2) Welches sind die Hindernisse für Vergebung in unserem Leben? 3) Was verändert sich in mir, wenn ich Vergebung erfahre? 4) Wie können wir einen neuen Anfang in einer Beziehung zu anderen Menschen möglich werden lassen? 5) Wie kann mein Glaube an Gott mir helfen, zu Vergeben und Vergebung zu empfangen? Lust, über das Thema zu diskutieren? Dann nichts wie hin zur Sharing Group | ||